Vielleicht ein Vorbild für alle?

Spitzensportler sind Vorbilder für unsere Kinder. Fußballprofis haben Kultstatus und gelten als Idole. Die Kinder und Jugendlichen in den Vereinen schauen Woche für Woche im Fernsehen, was die Großen machen und wollen so sein wie sie – aber was bekommen sie zu sehen?

 

Da gibt es Spieler, die sich nach dem Torerfolg das Trikot vom Leib reißen und vor den Zuschauern die Muskeln spielen lassen. Eine öde Selbstdarstellung, die den eigentlichen Sinn des Sports verblassen lässt. Die wichtigen Dinge treten in den Hintergrund. Da gibt es endlose Diskussionen und Rudelbildung um den Schiedsrichter nach einer getroffenen Entscheidung, respektlos und anmaßend gegenüber der Autorität und in keiner Weise akzeptabel. Auch die Schauspielkunst ist noch verbreitet. Es wird nach branchenüblichen Fouls Theater gespielt. Täuschungsmanöver sollen Elfmeter ergaunern. Sehr beliebt sind Unschuldsbekundungen nach offensichtlich begangenen Fouls oder Fehler. Beschwörende, hochgerissene Arme mit der Botschaft „Ich habe ja nichts getan“ kommen geradezu reflexartig, als hätten die etwa 20 Kameras am Spielfeldrand nicht alles detailliert aufgezeichnet und könnten den Täter nicht binnen weniger Sekunden überführen. Wahrscheinlich ist der Sport ein Spiegel unserer Gesellschaft. Show und Selbstdarstellung, auch mit digitalen Medien, sind an der Tagesordnung. Es wird vorgegaukelt und getäuscht. Echte menschliche Begegnungen drohen auszusterben. Respektlosigkeiten gegenüber Institutionen und auch Mitmenschen sowie die Umkehr von Täter und Opfer bestimmen subtil den Alltag.

In der abgelaufenen Fußballsaison ist mir ein Gegengewicht aufgefallen. Der Fußballprofi Mohamed Salah Ghaly vom FC Liverpool hat mit Leistung überzeugt, ist Torschützenkönig in der Premier-League in England geworden. Er ist ein großartiger Kicker (unter anderem auch Englands Fußballer des Jahres (Spielerwahl und Journalistenwahl) – und stellt trotz alle dem dies nicht übermäßig zur Schau, sondern spielt einfach, schnörkellos ohne Tam-Tam. „Mo“ Salah, wie die Fans ihn nennen, überzeugt mit Leistung und ist auf sich selbst konzentriert, hat unwichtige Nebengeräusche ausgeblendet. Sein Torjubel ist unauffällig ohne großes Gehabe. Er hat Respekt vor dem Gegner und den Zuschauern, ja sogar im direkten Duell vor seinem Ex-Verein, macht großartige sportliche Gesten der Bescheidenheit.

Mo Salah, Topscorer des FC Liverpool

Selbst als er im Champions-League-Finale hinterhältig gefoult und in der 29. Minute ausgewechselt wurde, gab es keine Aggression. Bis zur WM hat er sich wieder fleißig herangekämpft und dann eine ordentliche Vorrunde gespielt. Er ist ein Vorbild in puncto Fairness, Bescheidenheit und Authentizität für alle Sportler und Kinder – und könnte es auch für Vereine sein………walk on with hope in your heart, you`ll never walk alone.

 

Schöne Ferien……

…….herzlichst Euer

 

Thomas Buch

 

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